Krieg im Mann
Ich frage mich, warum ich gestern überprüfte, ob dieser Blog noch existiert. Tat er. Das wunderte mich doch. 2 Jahre. Würde man so manchen Mitmenschen fragen, was sie am 16. März 2007 so gemacht haben, da würde man Details erfahren ... die wollte man gar nicht wissen.
Meine Wenigkeit kann nur sagen, dass es mir sicherlich nicht so gut ging, denn ich war in einem Unternehmen beschäftigt, welches monatlich immer menschenfeindlicher wurde. Oder einfach doofer. Leistungsorientiertes Ausbremsen zitternder Untergebener, welche das Gottwerden der oberen Etage mit immer größer werdenden Augen verfolgte.
Ich sollte den Blog mehr nutzen, um meine integrierten Löschprozesse abfedern zu können. Andererseits ... wozu?!
...[ Schweigepflicht ]
"Wie lange habe ich noch zu leben?"
Er lächelte. Und zeichnete eine Pyramide auf.
An diesem Tag (gestern) fühlte ich mich leer. Mein Gesicht neutral, der Blick schweifte in die Ferne (okay, eher nach innen gerichtet).
Ich habe es gewußt. Dennoch. Partnerschaft hemmt. Trägheit. Vielleicht Medikamente. Der Tod am Horizont. Er winkt. Happiness-Faktor tendiert gegen "0".
Was soll ich nur tun?
Die Familie ist den Deutschen laut einer neuen Meinungsstudie wichtiger als alles andere.
Wie das Forum mitteilte, sind diese Werte seit 1994 nahezu unverändert - obwohl sich das Bild der Familie in der öffentlichen, aber auch in der subjektiven Wahrnehmung der Befragten verschlechtert habe. Die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdbild wird etwa bei der Frage nach dem Zusammenhalt der Familien deutlich.
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Quelle]
Wahrnehmung. Nun, ich würde tatsächlich von einer arg subjektiven Wahrnehmung sprechen. Ich kenne niemanden, der ein "Familie bedeutet viel Freude" in den Raum stellen könnte, ohne sogleich über diese Worte zu stolpern. Worte und Taten, Sie verstehen?
In meiner Familie wurde nie Zusammenhalt gepflegt, dennoch ist der lose Kontakt recht stabil. Interessanterweise.
"Hey Schwester, hoi Brüder - Familie bedeutet viel Freude!", mir würde ein "Welche Familie?!" entgegnet. Wir könnten unsere Eltern den "Schwarzen Peter" zuschieben, aber dann müsste ich den Friedhof besuchen. Vermutlich sind wir zu modern, der Bauer um die Ecke pflegt seine Großfamilie, jenes zukunftsträchtige Konstrukt, welches in städtischen Umfeld als "asoziales Pack" bezeichnet werden würde.
"Familie bedeutet viel Freude"
Sicher. Familienrat fragen. Hört sich gut an. Meine Partnerin könnte auch gleich eine Klapse besuchen und dort wildfremde Leute befragen, welche mit dem Gedanken spielen a) zu springen, b) Vanillepudding durch die Nase zu atmen oder c) spontan im Flur zu pinkeln. Ich übertreibe ... ein wenig. Aber immerhin - eine echte "Big Family". Aufeinanderhockend, sich ignorierend und in selbsterschaffenen Untiefen untergehend. Wenn Omi über die Klinge des Todes gesprungen ist, dann wird ein familiäres Picknick abgehalten ... auf der Blutwiese.
"Familie bedeutet viel Freude"
Schön zu hören. Dann klappt es ja bald wieder mit den Kids; Mütter müssen kein schlechtes Gewissen mehr haben zwei Kinder an ihrer Seite zu wissen und die kommende Akzeptanzwelle der Unternehmen wird über uns rollen ... wie warmer Regen ... "Kinder! Familie! Wie schön! Kommen Sie zu uns!" statt ein "Sie sind schon Single, hmm?" oder "Oh eine Frau. Wollen Sie Kinder bekommen? Die nächsten 10 Jahre?".
btw - meine Familie wird aussterben. Das zum Thema "Kinder". Wir sind die Letzten. Das war es dann. Platz für anderen Familien. Bessere. Mit mehr Freude. Hoffe ich.
[Zynismus?]
Motivationsshirt mit dieser Aufschrift, kostet 15 EUR.
Ja, was würde man tun?
Bestandsaufnahme:
Krankheit hat mich getiltet und dann ging es in die Pfalz, Kurzurlaub. Mieses Wetter. Dort wurde ich wieder infiziert. Heute die Info, bis 800m Schneefall. Wir sind hier auf 600m. Ich sehe schon - grippale Infektionen killen meinen Körper, zusammengebrochen auf einer Parkbank entschlafe ich und Schneemassen legen sich wie Leichentücher über mich...
Zum Glück bin ich Optimist. Ich denke, mich wird vorher eine iranische Atombombe auslöschen.
Nicht meine. Die von meinem Kollegen, der nicht da ist. Der wo beim Arzt heute wieder ist. Die wo bei ihm checken, wie er gesunden kann. Wo er dann wieder mal offline geht, weil der Arzt bei ihm sehen sagen tutet:
"Hallo Herr X, wie geht es Ihnen? Aua-aua? Blanko-Krankschreibung bei der Brunhilde am Tresen."
Sprich - es wird im zugesendet. Nicht die Krankschreibung, die Kündigung meine ich. Per Post. Wir wissen es also earlier, dass er bald off und away ist. Der Glückliche. Der Happy Man.
War auch eine harte Zeit. All die Jahre das Ventil so überdreht, dass nur noch ein Loch übrig bliebt. Stein des Anstosses, Eckbank des Todes, Elfmeter ins Nichts.
Traurige erinnerungswürdige Höhepunkte - alone in the company und um 16:30 am friday fortgedriven. Call from middle boss about a ancoming fax. Niemand da. Handy of mein Kollege angephoned und erfahren, dass er schon mal unterwegs ist, da ja eh nichts los war.
Noch better > Selbstbefriedigungsvideos, die vom Mobbingkollegen aka "Ich bin der Herr übers Gscherr" gesichtet wurden. Die Vids wurden zuvor per Chattools verbreitet, bei der Frauen an die Wand gelabert wurden und dann penetrante Bilder und Videos aus Heimproduktion sichten durften. Die Chatmania kam auch nicht besser an, können Sie mir glooben.
Was soll's. Nun wird man mir seine Arbeit aufhalsen, weil er so ein Idiot war, weil er den coolsten Job in der Firma hatte, weil es sein Ding hätte sein können, sein kleines Reich, seine Entfaltungsspielraum. Und man hat Händchen mit ihm gehalten, um ihm auf den rechten Weg zu bringen.
25 Jahre alt, Ehe im Popo, Kind im Nirwana, Drugs zur Terminierung der letzten Hirnzellen. Happy Life. Letz goh.
Ich stelle gerade fest, was ich für ein Spießerleben führe. Immerhin gebe ich zu, was 98% der restlichen Menschheit verneinen. ;-)
Kann mich jemand aufklären?
Weil ich schon dabei war - folgendes fand ich:
Von Christoph Schultheis (BILDblog.de)
In einem Weblog, das sich „DG90s kleine Welt“ nennt, steht ein Eintrag, über-schrieben mit „Blog versus Qualitätskriterien“, in dem es offenbar darum geht, dass der anonyme Blog-Betreiber DG90 irgendwie unzufrieden ist damit, dass Weblogs erst jetzt, allmählich, von den etablierten Medien wahrgenommen und von oben herab beurteilt werden. Und irgendwo in diesem Eintrag geht es auch um unsere Website: BILDblog.de
Da heißt es: „Soll man jetzt auf das BILDblog verlinken, da diese Jungs doch der Welt klarmachen, was die Bild-Zeitung ist? Ein Schmierblatt und täglicher Beglei-ter von Millionen Irrer? Vermutlich verwegen – aber hat’s geholfen? Nicht? Bild ist noch immer da? Wobei ja klar sein sollte, wie dieses Mach-Werk aufgebaut ist, aber dank BILDblog verstehen wir es endlich. Hurra?!“
Die Frage ist berechtigt: Was hilft’s, was hat’s geholfen, dass BILDblog.de sich seit einem Jahr in über 600 Beiträgen kritisch mit der Berichterstattung der „Bild“-Zeitung und ihres Online-Ablegers auseinandersetzt?
Wir sind binnen einem Jahr mit mittlerweile (Stand Juni 2005) täglich über 15.000 unique visits zum meistgelesenen Weblog in Deutschland geworden. Und das ist nicht nur schmeichelhaft, sondern zeigt uns auch, dass wir eine Idee hatten, die nicht nur uns interessiert. Wir haben nirgends Werbung für uns gemacht, son-dern einfach im Juni 2004 damit angefangen, all das gegenzurecherchieren, zu sammeln und (wenn möglich) unterhaltsam aufzuschreiben, was an merkwürdi-gen Kleinigkeiten und große Patzern oder Mutwilligkeiten, Verfälschungen in der „Bild“-Zeitung steht. Wir haben uns entschieden, das in einem Weblog zu tun, weil das so ungeheuer komfortabel ist. Mit technisch, logistisch und finanziell vergleichsweise geringem Aufwand eine zumindest potentiell ungeheuer große Öffentlichkeit zu erreichen, ist einfach toll! (Und ob wir „echte Blogger“ sind, obwohl wir beispielsweise keine Kommentarfunktion haben, darüber kann man streiten. Ich finde: Ja.)
Wenn dich meine Ergüsse durchlese, kann ich nur sagen - ich war mal wieder viel zu frotzelig. Intellektueller Tiefgang war nie mein "Ding", ich mache meine schulische Bildung dafür verantwortlich. Immerhin hat der Homo Primitivus in mir noch immer keinen Draht zur Bild gefunden, er sucht wohl noch nach Feuer...
"Wenn Sie es sich vorstellen können, können Sie es erreichen. Wenn Sie es träumen können, können Sie es werden."
William Arthur Ward
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Handelt es sich bei solchen Sprüchen um eine versprochene Hoffnung oder eine mögliche Richtung? Ich sprach ihnen immer einen Placebo-Effekt zu, nun finde ich sie tröstlich.
Was erschreckt mich mehr?
"Müller verwies zudem auf Äußerungen des Präsidenten des Deutschen Brauer-Bundes, Richard Weber. Dieser hatte Ende April gesagt, alle deutschen Brauereien hätten wegen der Mehrwertsteuererhöhung und gestiegener Transportkosten bereits die Preise erhöht. Müller äußerte außerdem den Verdacht, dass die Energiepreise erneut steigen werden. Insgesamt sei damit zu rechnen, dass die Aufschläge auf die Produkte über die eigentliche Mehrwertsteuererhöhung hinaus gehen würden."
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Quelle ]
Na wunderbar. Nun kann sich der deutsche Mann nicht einmal richtig besaufen. Als gäbe es nicht schon genügend
Gründe. Wenn schon anerkannte Domänen der Männer brüskiert zur
Kenntnis genommen werden ... wie sollen wir uns sonst definieren?
Warum stagniere ich? Die aktuelle Sicherheit einen Job zu haben und meine bodenständige Mentalität meucheln sich seit Äonen durch meinen Geist. Vergiften mich und bringen mich langsam um. Dort "draußen" ist nur Unsicherheit und Unverhersehbarkeit. Lieber tanze ich mit meinem "Tiger" herum und schaue zu, wie er Prankenhieb um Prankenhieb mein Fleich offenlegt.
Das Thema ist nicht neu ... ich muss mich wirklich fragen, welcher Teufel mich reitet. Die Situation ist so abstrakt geworden, von "Brandherden" will ich gar nicht mehr reden. Ein Spalt in der Größe und Länge des San Andreas-Graben terminiert diese verfluchte Firma und ich bin nur da ... paralysiert und unfähig mich zu bewegen. Das ist doch Wahnsinn!
"Es ist so unsicher in Deutschland! Behalte deinen Job und freue dich auf dein Gehalt".
Ein Satz, der mich tief traf, weil er FALSCH ist. Ich weiss es - das kann es nicht sein. Ja? Ein Leben am Abgrund und jemand säuselt "Du stehst auf festen Boden, denke dir nichts" ... während sich Steine unter mir lösen und ins Nichts entschwinden. Da schreibe ich nun, wie unmöglich diese Situation ist, ändere aber nichts ... warum, warum, warum?! (Als wüsste ich es nicht...)
Der Antrieb fehlt, Hoffnungslosigkeit spült über mich hinweg. Das ist lächerlich. Ganz ohne Kampf werde ich nicht untergehen. Und verdammt ... lieber eine Axt im Schädel als in einem Loch verrottet. Leider löst man Probleme nicht auf die nette barbarische Weise ... nun ja ... hmmm...
Natürlich ist mir (erschreckenderweise) bewußt, dass ich mit DIESER Stimmung nicht auf Job-Jagd gehen sollte. Das mündet sonst in diese tollen "ich habe 237 Bewerbungen losgeschickt und nichts kam zurück"-Storys. Außer Ablehnung. Ich habe auch eine Verantwortung gegenüber meiner Freundin, welche a) leider in der gleichen Firma arbeitet und b) genauso am untergehen ist.
Sie weinte bei einem ernsten Gespräch (bzgl unserer Zukunft, Koordinierung, Tritt-in-den-Popo,...). Ich nahm Sie in die Arme (natürlich fühlte ich mich schuldig) und fragte Sie, warum ihr Tränen an den Wangen herunterlaufen. Warum? Natürlich weil ich Druck ausgeübt habe - unbewußt bewußt. Als würde sich dadurch mehr bewegen. Eine weitere Frage von meiner Seite "Weintest du auch bei meinen Vorgängern" - "Nein..." - "Warum?" - "Ich war nie Teil ihrer Pläne...".
Der Anfang vom erlösenden Ende? Ich werde mich von jahrelang zusammengetragenen Mist trennen. Von Kleidung, von Schallplatten, von Büchern, von allem was nicht benötigt wird ... denn dies ist das Chaos, welches schwer an mir haftet, welches in jeder Ecke hängt und mich verspottet. Trennen, reduzieren, befreien. Und endlich - !!! - den Weg suchen! Endlich *einen* Schritt gehen. Morgen frage ich wegen einem Zeugnis an ... so der Plan. Vermutlich wird er im Nichts verhallen, wie alles in diesem Schwarzen Loch namens "Firma". Und Ende Mai begeben wir uns in ein anderes Bundesland - ein kleiner Urlaub, aber auch Luft schnuppern. Ob es gefällt. Zukunft finden. Süd-Ost-Bayern ödet mich ein wenig an, um es nett zu beschreiben.
Habe ich viel Hoffnung auf Änderung - nein, nicht wirklich. Aber wenn schon am Boden, dann zu meinen Bedingungen...
Guten Tag.
Mir geht es besser, ich fühle mich zwar lobotomiert, aber gestern muss Gott mich geführt haben. Meine Erinnerungen des gestrigen Tages ähneln eher verschwommene Spiegelbilder einer Nichtrealität (noch geschwollener bekomme ich es nicht hin, meine Synapsen crashen gerade). Meine Hirn koordiniert schwer und träge meine langen Finger, welche versuchen Gedanken in Worte zu fassen. Folgende Probleme tauchen auf:
- welche Gedanken? Wichtige gab es nie, eine Qualitätsbeurteilung - gerne unter Bloggern verbreitet - entziehe ich mich mit einem "Häh?!". "Mikropublizismus" schrieb jemand. Gestern. Wow. Echt? Das schmerzt. Denke ich. Oder?
- Meine Hirnrinde besteht aktuell aus Wackelpudding. Und das Unterbewußtsein will sich eine Auszeit nehmen. Der Körper auch. Die Psyche ist schon am auswandern. Ich schreibe aber nun nicht über eine Firma, welche ihre Mitarbeiter ins Aus schießt und zwar so, dass auch hier bald Terrorzellen entstehen. Und ich kann mich nicht lösen. Kann mir jemand eine Baumstamm über den Schädel ziehen und mit logisch aufschlüsseln, dass "da draußen" eine positive Zukunft wartet? Überzeugend > bitte.
- Gewichtiges gibt es nicht zu schreiben (gut, ich verdränge). Oh, mir fehlt Disziplin. Ich verbreite Chaos, der Tische versinken unter Büchern (haha), bedruckten Blättern (papierloses Was?) und sonstigen Müll, der nie benötigt wird, aber unbändig viel Platz verschwendet. Gelungen. Keine Disziplin. Was ist mit Ihnen geschehen, mein Herr? Bestimmt ist die Beziehung schuld, ich wurde verdorben. Ich sollte mir eine Geliebte zulegen, aber wenn ich nun plötzlich Disziplin an den Tag lege ... habe ich nicht ein Problem am Hals? "Du hast mich betrogen!" - "Nein, niemals! Wie kommst du darauf?!" - "Dein Büro ist sauber und du räumst deine Klamotten auf!" - "..."
- Jedes zweite Wort durfte ich hier anfänglich korrigieren, aber nun greift der Automatismus. Gut so, jetzt noch ein paar gewichtige Gedankengänge anbringen, bevor das nächste Wellental kommt.
...zu spät...
btw - der Mond macht mir zu schaffen. Ist Vollmond? Wie auch immer, lieber als Werwolf in Nachbars Garten Duftmarken setzen als im Bett wälzen.